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„Fit für die Zukunft“ - Talkrunde mit Kultusministerin Dr. Susanne Eisenmann zum Thema Ausbildung

Am Samstag wurde die CDU-Kultusministerin Dr. Susanne Eisenmann auf dem Landesparteitag der CDU in Heilbronn zur Spitzenkandidatin für die Landtagswahl im Frühjahr 2021 gewählt. Ihr erster Termin nach der Nominierung als Kandidatin für das Amt der baden-württembergischen Ministerpräsidentin führte sie am Montagabend nach Holzgerlingen. Gemeinsam mit dem Unternehmen Elektro-Breitling, dem Böblinger CDU-Bundestagsabgeordneten Marc Biadacz sowie dem Böblinger CDU-Landtagsabgeordneten Paul Nemeth hatte der CDU-Stadtverband Holzgerlingen zur Talkrunde „Fit für die Zukunft?! Erfolgsmodell duale Ausbildung.“ eingeladen. „Wir müssen jedem jungen Menschen die Perspektive bieten, die zu ihm passende Ausbildung machen zu können“, forderte die Kultusministerin.

Seit einigen Tagen befinden sich in Baden-Württemberg tausende Schüler in den Sommerferien. Für einige geht es danach nicht mehr in der Schule weiter, sondern an einer Universität oder in einem Ausbildungsbetrieb. Geht es nach den Teilnehmern der montäglichen Talkrunde zum Thema „Fit für die Zukunft?! Erfolgsmodell duale Ausbildung“ im Holzgerlinger Veranstaltungsraum „TaVe“ gilt es dann ganz besonders den Jugendlichen, die sich für eine Ausbildung entschieden haben, ideale Bedingungen zu bieten. „Wir dürfen den jungen Leuten nicht suggerieren, dass man in der heutigen Gesellschaft nur noch mit einem Studium was wert ist. So sieht der Trend derzeit nämlich aus. Wir haben mittlerweile unzählige Leute, die ein Haus planen können aber zu wenige, die es bauen können“, wies Kultusministerin Dr. Susanne Eisenmann, CDU-Spitzenkandidatin für die Landtagswahlen 2021, auf die steigende Wichtigkeit von handwerklichen Ausbildungsberufen hin. Um dieser Entwicklung entgegen zu wirken, habe das Kultusministerium viel Geld in die Hand genommen und zahlreiche Programme ins Leben gerufen. Unter anderem gebe es an vielen Schulen mittlerweile eine dauerhafte Berufsberatung. „Das Netz der Kooperationen, mit denen wir Jugendliche in das System der dualen Ausbildung in Form von einer Lehre im handwerklichen, kaufmännischen oder gastronomischen Bereich in Kombination mit dem Besuch der jeweiligen Berufsschule bringen wollen, wird immer breiter“, stellte Eisenmann klar. Auch Jörg Veit machte in der Diskussionsrunde, die vom Chefredakteur der Böblinger Kreiszeitung Jan-Philipp Schlecht, moderiert wurde, für den Rückgang bei der Besetzung von Lehrstellen die gesellschaftliche Entwicklung mitverantwortlich. „Gefühlt jeder erzählt heute lieber, dass sein Kind studiert als dass es eine Ausbildung in Handwerk, Einzelhandel, Gastronomie und Co. macht“, sagte der Geschäftsführer und Personalchef der Holzgerlinger Firma Elektro-Breitling. „Wir müssen um unsere Auszubildenden daher richtig kämpfen. Das tun wir in Form von Kinowerbung, Werbung auf Facebook oder unserer Homepage genauso wie mit Speed-Dating-Veranstaltungen und regelmäßigen Besuch in Schulen oder auf Ausbildungsmessen“, so Veit weiter. Und der Personalchef und seine Mitstreiter haben mit ihren Bemühungen durchaus Erfolg. „Wir haben derzeit fast 50 Auszubildende und für die Stellen im Schnitt sechsmal so viele Bewerber wie noch vor einigen Jahren“, sagt Jörg Veit nicht ohne Stolz. Einer seiner Auszubildenden ist Tim Knobloch. Der Elektroniker für Informations- und Telekommunikationstechnik im 3. Lehrjahr ging nach der 11. Klasse vom Gymnasium ab, weil auf Grund fehlender Motivation die Noten nicht mehr stimmten. Bei Elektro-Breitling hat er sein Glück gefunden und berichtet: „Bei Berufsinformations-Veranstaltungen an Gymnasien wird auf handwerkliche Ausbildungen überhaupt nicht hingewiesen. Das finde ich schade. Weil so könnte man sicherlich den ein oder anderen Schüler schon frühzeitig darauf hinweisen, dass es neben Fachhochschule oder Uni noch andere spannende Dinge nach dem Abitur gibt“. Ganz ähnlich dürfte das Marion Oker sehen. „Vor allem in Hotelerie, Gastronomie und im Einzelhandel haben wir in diesem Jahr deutlich weniger Auszubildende als in den Jahren zuvor. Ein Stück weit spielt hier sicher auch die demografische Entwicklung eine Rolle. Derzeit gibt es einfach weniger Schulabgänger als noch vor einigen Jahren“, sagte die leitende Geschäftsführerin der IHK-Bezirkskammer Böblingen. Sie hofft daher auch, dass es gelingt, in den nächsten Jahren mehr Flüchtlinge in eine Ausbildung zu bringen. „Da sind wir ein erster Linie gefordert, ihnen die deutsche Sprache schnell und gut beizubringen“, ist sich Oker der vermeintlich wichtigsten Herausforderung bewusst. Das sieht auch die Kultusministerin so: „Die Flüchtlinge sind in den nächsten Jahren wichtige potentielle Auszubildende. Dafür, dass die Ausbildung positiv verläuft, liegt es auch ganz zentral an uns, ihnen unsere Sprache via Kursen oder anderen Lehrmöglichkeiten beizubringen“, so Dr. Susanne Eisenmann. In seinem Schlusswort im Anschluss an die gut besuchte Talkrunde betonte auch der Böblinger CDU-Landtagsabgeordnete Paul Nemeth die Wichtigkeit einer breiten Palette an Ausbildungsberufen. „Es ist hierfür ganz elementar, dass wir in Deutschland unser mehrgliedriges Schulsystem beibehalten. Jeder muss von Anfang an in seinen Fähigkeiten begleitet und unterstützt werden, gerade auch im handwerklichen Bereich. Deshalb halte ich Realschule und Werkrealschule für ganz wichtige Säulen unseres Schulsystems“, stellte Paul Nemeth klar. Marc Biadacz, der CDU-Bundestagsabgeordnete aus dem Kreis Böblingen, appellierte, Schülern, die vom Gymnasium gehen oder später ihr Studium abbrechen, nicht das Gefühl zu geben, gescheitert zu sein. „Diesen jungen Menschen müssen wir stattdessen aufzeigen, dass ihr Weg woanders erfolgreicher weitergehen kann. Und dieser Weg könnte bei ganz vielen sicherlich der einer Ausbildung im Bereich Handwerk, Gastronomie oder Einzelhandel sein“, ist sich Biadacz sicher. Vor der Talkrunde hatten Marc Biadacz und Paul Nemeth gemeinsam mit Kultusministerin Eisenmann die Räumlichkeiten von Elektro-Breitling in der Böblinger Straße 88 in Holzgeringen besichtigt. Dabei führten die Geschäftsführer Klaus Finger und Jörg Veit durch das moderne Gebäude. Besonderen Anklang fand dabei vor allem das firmeninterne Digitale Schwarze Brett. „Über sein Smartphone weiß somit jeder unserer Mitarbeiter, wo er wann eingesetzt ist beziehungsweise wo die Kollegen derzeit arbeiten. Unter anderem können über dieses Programm zudem auch Informationen und Bilder hin und her geschickt werden“, erklärte Klaus Finger den digitalen Fortschritt bei Elektro-Breitling, bei dem momentan gut 200 Mitarbeiter und knapp 50 Auszubildende beschäftigt sind.

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